Reality bites: Das Klima muss warten4. August 2026Manchmal braucht es einige Zeit, bis sich die Realität gegen Wunschdenken durchsetzt: Im Zuge der Klimapanik der Jahre 2019 – 2021 haben zahlreiche Städte und Gemeinden in Deutschland beschlossen, irgendwann in den nächsten 20 Jahren „klimaneutral“ zu werden, sprich ihre Klimagasemissionen auf Netto – Null zu senken. Jetzt ist einigen dieser Städte und Gemeinden aufgegangen, dass sich dieses Ziel aus einer Reihe von Gründen nicht erreichen lässt. Wie in diesem Spiegel Beitrag Klimaschutz in Städten und Kommunen: Das Ende der Klima-Euphorie dargelegt wird, haben viele Städte und Gemeinden erkannt, dass das Klima zwar im Jahre 2019 als ein großes Problem gesehen wurde, aber nicht mehr im Jahre 2026, in dem es eine Reihe von Problemen gibt, die als dringlicher angesehen werden, als ein wärmeres Klima in 50 oder 100 Jahren. Sie haben zudem erkannt – man glaubt es kaum – dass „Klimaschutz“ Geld kostet. Wer hätte das gedacht? Deswegen verschieben viele Städte und Gemeinden ihre Klimaziele oder räumen sie gleich ganz ab – manche eher offensiv per Pressemitteilung, andere eher kleinlaut, so der Spiegel. Die Menschen hätten jetzt andere Probleme. Die Wirtschaft wächst seit einigen Jahren nicht mehr, die Menschen sorgen sich um ihren Arbeitsplatz und die Lebenshaltungskosten steigen unaufhörlich weiter. Da sei kein Raum mehr, gegen eine abstrakte Bedrohung, wie den Klimawandel Finanzmittel aufzuwenden. Etwas, was auch die „Klimakanzlerin“ Angela Merkel in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Juni 2025 nicht begriffen hat. Besonders ärgerlich aus Sicht des Spiegels: In vielen Gemeinden wurden die Klimaziele verschoben oder abgeschafft - mit den Stimmen der AfD. So etwas kann man natürlich als aufrechter Öko – Sozialist überhaupt nicht gutheißen, denn das gefährdet ja „unsere Demokratie“, sprich den Machtanspruch der rot – grünen Minderheit in Deutschland. Aber nicht nur die rechten oder rechts – extremen Kräfte in Deutschland wollen den ambitionierten Klimaschutz zurückrollen, sondern auch Gewerkschaften und Teile der Wirtschaft (insoweit, wie sie durch Zusagen von üppigen Subventionen nicht ruhiggestellt werden können). Auch Klima- und Umweltaktivisten geben inzwischen offen zu, dass eine Klimaneutralität bis zum Jahre 2035 auch aus 2019er Perspektive von Anfang an unrealistisch gewesen ist. Motivation seien damals die Höhepunkte der Fridays for Future Demonstrationen gewesen. Man habe „ein Zeichen setzen“ wollen. Über die technische Machbarkeit und über die Kosten einer Klimaneutralität hätten sich die Verantwortlichen keine Gedanken gemacht. (Ebensowenig wie sich das BVerfG in seinem Klimabeschluss vom April 2021 keine Gedanken über technische Machbarkeit und die Kosten seines Beschlusses gemacht hat. Es ist einfach nur der von den Grünen angefachten Massenhysterie gefolgt, absolut schlimm für die höchste rechtliche Instanz in Deutschland). So funktioniert also „unsere Demokratie“. Wir beschließen einfach mal etwas, ob das technisch möglich ist und was es kostet, interessiert uns nicht, ist uns einerlei, denn was zählt in der öffentlichen und vor allem in der veröffentlichten, der medialen Debatte ist, dass wir etwas beschlossen haben und dass wir deswegen in den Medien, die zu mehr als 80% rot – grün sind, gut dastehen. Kein Wunder, dass in Deutschland einiges schief läuft, denn die Ignoranz der Realität lässt sich nicht nur im Bereich der Umwelt- und Klimapolitik beobachten. Dies ist jedoch ein grundsätzliches Problem in der Politik, in einer Demokratie. Politische, vor allem umweltpolitische Entscheidungen werden oft auf Grundlage einer sehr stark emotionalisierten, bis zur Hysterie aufgepeitschten Stimmung der Massen getroffen, wobei entscheidend ist, nicht in der Sache richtig zu entscheiden, sondern so, dass die Massenhysterie eingehegt wird. Genau das ist mit den Beschlüssen zur Klimaneutralität Ende der 2019er und zu Beginn der 2020er Jahre geschehen. Es ging um die Einhegung der Massenhysterie, um die Befriedigung der von den Medien und den Umweltaktivisten aufgepeitschten Massen. Es ging nicht um eine tatsächliche Problemlösung, sondern um „virtue signalling“, um den englischen Begriff zu gebrauchen, also darum, in der öffentlichen Debatte moralische und ethische Überlegenheit zu signalisieren. Und dann stellt sich heraus, dass das, was man irgendwann mal beschlossen hatte, um im medialen Diskurs gut da zustehen, technisch nicht machbar und/oder exorbitant teuer ist und vor allem, dass es dringlichere und wichtigere Probleme gibt, als das Klima in 50 oder 100 Jahren und dass man begrenzte finanzielle Ressourcen so einsetzen muss, um die dringlichsten Probleme prioritär zu lösen. Diese Erkenntnis wird nicht auf Städte und Gemeinden beschränkt bleiben, sondern wird sich auch auf den Klimaneutralitätsbeschlüsse des Bundes (die große Grüne Katharina Dröge, aber auch Claudia Kemfert und Harald Lesch dürfte es erfreuen) und der EU ausweiten, wenn auch auf diesen Ebenen klar wird, was im Grunde genommen allen Energiewirtschaftlern bereits seit langem klar ist, nämlich dass eine Klimaneutralität 2045 weder technisch möglich sein wird, noch zu erträglichen Kosten. Auch das von den Grünen häufig vorgetragene dumme Argument „wenn wir keinen Klimaschutz betreiben, kommt die Klimakatastrophe und die wird noch wesentlich teurer“ wird früher oder später als grober Unfug entlarvt werden, wenn sich herumspricht, dass Deutschland oder Europa mit seinen Maßnahmen den Gang des Weltklimas in keiner Weise messbar beeinflussen kann. Und durch Klimaneutralitätsbeschlüsse in einigen Städten und Gemeinden schon gar nicht. Auch wenn Klimaaktivisten das lauthals beklagen: Schlussendlich werden physikalische und wirtschaftliche Realitäten gegenüber ideologisch – politischen Wunschvorstellungen obsiegen. |
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