IPCC räumt extremes Emissionsszenario RCP8.5 ab: Auswirkungen auf die Klimapolitik?24. Juni 2026Vor einigen Wochen ist eine Publikation bekannt geworden, in der eine Gruppe von Klimawissenschaftlern das extreme Emissionsszenario RCP8.5 für unrealistisch erklärt und verworfen hat. Hintergrund ist, dass der Weltklimarat IPCC Klimamodellrechnungen mit verschiedenen Klimagas – Emissionsszenarien durchgeführt hat – und durchführt – in denen jeweils unterschiedliche Annahmen über Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum und Energieträgereinsatz einfließen, die Auswirkungen auf die künftigen weltweiten Treibhausgasemissionen haben. Das sog. RCP8.5 Szenario ist das extremste dieser Szenarien und wurde von Kritikern seit vielen Jahren als völlig unrealistisch bezeichnet. Es nimmt unter anderem an, dass in den nächsten 8 – 10 Jahrzehnten etwa die doppelte Menge der nachgewiesenen Ressourcen an fossilen Energieträgern verbrannt werden sollen, dass die Treibhausgasemissionen doppelt so schnell steigen sollen, wie in den vergangenen Jahrzehnten und demzufolge auch die Temperaturen wesentlich schneller und stärker ansteigen sollen, als in den letzten Jahrzehnten beobachtet. Trotz dieser seit langem erkennbar unrealistischen Annahmen wurde in Klimamodellrechnungen sehr häufig, wenn nicht meistens, dieses RCP8.5 Szenario verwendet, das dann extreme Klimaauswirkungen für die kommenden Jahrzehnte errechnete. Implizites, wenn nicht sogar bewusst beabsichtigtes, Ziel der Klimaforscher war, mit diesen Extremszenarien politischen, medialen und öffentlichen Druck für die Ergreifung drastischer „Klimaschutzmaßnahmen“, sprich drastischer Emissionsminderungen aufzubauen. Die Medien sprangen darauf natürlich sofort an und die transportierten Narrative spiegelten nahezu ausschließlich die katastrophalsten Auswirkungen des Klimawandels auf Grundlage des extremen RCP8.5 Szenarios wider. Das Wörtchen „könnte“ wurde nahezu durchweg durch „wird“ ersetzt, wodurch in der Öffentlichkeit bewusst der Eindruck erweckt wurde, dass das extremste und unwahrscheinlichste Szenario das wahrscheinlichste sei. Das war für den Aufbau des gewünschten politischen Drucks natürlich beabsichtigt, denn es ging und geht den Medien nie um eine realistische Abwägung verschiedener Szenarien, sondern um den Aufbau von maximalem Druck auf Politik und Öffentlichkeit. Die Medien haben die Rolle von Klimaaktivisten übernommen, aber nicht die einer unvoreingenommenen ausgewogenen Berichterstattung. Wir haben auf diesen Seiten in den letzten Jahren viele Beispiele hierfür genannt. Nachdem der IPCC auf das extreme RCP8.5 Szenario verzichten will, gibt es viele Stimmen , vor allem in den sog. alternativen Medien, die deswegen eine grundsätzliche Korrektur des klimapolitischen Kurses in Deutschland und generell in der EU fordern. Andere Stimmen kontern Teile der medialen Berichterstattung über den Verzicht des RCP8.5 Szenarios mit Polemik, Hass und Hetze gegen die fossile Energiewirtschaft und neo – liberale Thinktanks. Es wird allerdings zu keiner Korrektur der Klimapolitik in der EU und in Deutschland kommen. Denn die Klimapolitik der EU und Deutschlands beruht nicht nur auf dem unrealistischen RCP8.5 Szenario, sondern auf der Einhaltung des 2.0 bzw. des 1.5 Grad Zieles, das in der Pariser Klimavereinbarung vom Dezember 2015 festgelegt wurde. Dort wurde ferner vereinbart, die Treibhausgasemissionen in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts, also bis 2100 (und am Rande bemerkt nicht bis 2050, was vielfach kolportiert wird), auf Netto – Null zurückzuführen. Diese Vereinbarungen sind allerdings nicht rechtsverbindlich, aus Gründen, die ua hier dargelegt wurden. In Deutschland und in der EU werden sie trotzdem als rechtsverbindlich angesehen, was besonderen Druck auf Wirtschaft und Gesellschaft in der EU ausübt. Nach dem Ausscheren der USA aus der Pariser Klimavereinbarung wird die EU, neben einigen anderen kleineren Industrieländern, im Wesentlichen zum einzigen Wirtschaftsraum, der seine Klimagasemissionen bis 2050 auf Netto – Null reduzieren will. Diese Emissionen umfassen nur etwa 7 – 8% der weltweiten Emissionen . Die vollständige Reduzierung dieser Emissionen bis 2050 wird keinen messbaren und damit nachweisbaren Einfluss auf die Klimaentwicklung der nächsten Jahrzehnte haben. Die nachteiligen wirtschaftlichen Auswirkungen werden hingegen dramatisch sein. Das kümmert die Klimapolitik der EU und Deutschlands jedoch wenig. Der klimapolitische Kurs wird so oder so weitergefahren, egal wie groß der Schaden für Wirtschaft und Gesellschaft ist. |
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