Nicht schon wieder: Die nächste brutale Hitzewelle ist im Anmarsch

24. Juli 2026


Nach dem Ende der extremen Hitzewelle Ende Juni/Anfang Juli kehrten die Temperaturen in Deutschland in etwa in den Normalbereich zurück. So wurden zB im niedersächsischen Braunschweig bislang im Juli nur 10 sog. Sommertage, dh Tage mit Höchsttemperaturen mit 25° oder mehr registriert, sowie zwei Heiße Tage mit Temperaturen mit 30° oder mehr, was unauffällig bzw im Normalbereich ist.
Trotz der gegenwärtigen, für die Jahreszeit eher kühlen Witterung, die – mit Ausnahme von Sonnabend, dem 25. Juli 2026 – noch bis Anfang der kommenden Woche andauern soll, zeigen die längerfristigen Vorhersagen ab Mitte der nächsten Woche einen raschen Übergang zu sommerlicher und im weiteren Verlauf zu heißer bzw extrem heißer Witterung .

Die verschiedenen Vorhersagedienste sind sich weitgehend einig; offen ist lediglich, wie heiß es wo werden soll in Deutschland.

Wie in der vorangegangenen Hitzewelle, soll auch diese Hitzewelle nach dem zB hier beschriebenen bekannten Muster ablaufen:

Auf dem Ostatlantik, etwa zwischen den Azoren und Portugal, etabliert sich ein Tiefdruckgebiet, das dort mehrere Tage verharrt und auf seiner Vorderseite Heißluft aus der Sahara über die Iberische Halbinsel auf dem kürzesten Landwege nach Norden zunächst nach Frankreich und in die Benelux Staaten und dann nach Deutschland und weiter nach Osten transportiert.

Der Weg dieser Heißluft lässt sich in den Vorhersagekarten anhand der 15 und 20° Isotherme im 850 mb Niveau gut verfolgen. Das 850 mb Niveau befindet sich etwa in 1,5 km Höhe und wird in der Meteorologie gern verwendet, um den Charakter von Luftmassen zu beschreiben, da es von Bodeneinflüssen, die zu einer Erhöhung bzw Abkühlung führen und dadurch zu einer Verfälschung des Charakters der Luftmasse führen können, weitgehend frei ist.

Als Faustregel gilt im Sommer, dass die Höchsttemperaturen am Boden etwa den Temperaturwert in 850 mb (1,5 km Höhe) plus 15 Grad erreichen.

Auf die Isothermen von 15 bzw 20 Grad angewandt bedeutet dies, dass bei 15 Grad in 850 mb am Boden 30° erreicht werden und bei 20 Grad in 850 35° am Boden.

Schaut man sich jetzt die von den Wettermodellen vorhergesagte Temperaturentwickung ab Beginn der nächsten Woche an, dann sieht man, dass sich zunächst die 15° Isotherme von Südwesten kommend nach Deutschland bewegt und kurz darauf, etwa ab Donnerstag, die 20° Isotherme, was etwa 35° am Boden bedeutet.

Damit nicht genug, soll sich einigen Vorhersagen zufolge (GFS in den letzten beiden Julitagen und ECMWF Anfang August) auch die 25° Isotherme nach Deutschland bewegen. Dies würde Höchsttemperaturen um oder sogar über 40° bedeuten, vor allem im äußersten Westen (und den Benelux Staaten). 40° könnten der ECMWF Prognose zufolge Anfang August in den östlichen Bundesländern, besonders zwischen Elbe und Oder erreicht werden. Träten diese Vorhersagen ein, würden aller Wahrscheinlichkeit nach an einigen Orten neue historische Temperaturextreme gemessen werden.

Diese Prognosen müssen allerdings so nicht eintreffen, da sie untereinander und auch im zeitlichen Ablauf etwas variieren. Allerdings stimmen sie im generellen Trend (es wird auf jeden Fall heiß, die Frage ist nur, wie heiß) und auch in der Abfolge einzelner Prognosen (dh Prognose von 00 GMT, 12 GMT etc) in der Tendenz, aber nicht in den Details überein.

Auffällig war in den letzten Tagen jedoch, dass die neueren Temperaturprognosen 1 – 2° höher zu sein schienen, als in der vorherigen Prognose.

Die Intensität und Andauer der extremen Hitzewelle in Deutschland ist eng an die Stärke, Position und Verweildauer des Tiefdruckgebietes über dem Ostatlantik gekoppelt.
Ist es kräftig, bleibt es längere Zeit ortsfest und ist seine Position dergestalt, dass auf seiner Vorderseite der Heißlufttransport aus der Sahara über die Iberische Halbinsel nach Norden und Nordosten längere Zeit andauert, kann die Hitzewelle extrem sein und auch längere Zeit andauern.

Hinzu kommt, dass eine Hitzewelle kurzfristig unterbrochen werden kann, wenn sich das Tief über dem Ostatlantik nach Nordosten verlagert, aber sie kann erneut einsetzen, wenn das Tief über dem Ostatlantik regeneriert wird. Dies könnte einigen Vorhersagen zufolge in der Tat eintreten, sodass eine vorübergehende Abschwächung der Hitzewelle auf Temperaturen unter 30° von einem erneuten Einsetzen extremer Hitze Anfang August gefolgt würde.

Man kann die Entwicklung der Vorhersagen anhand der Temperaturen im 850 mb Niveau auf den Vorhersagekarten hier verfolgen.

Man sollte jedoch immer bedenken, dass Wettervorhersagen, die über 6 – 7 Tage hinausreichen, extrem unsicher sind und sich auch in der allgemeinen Tendenz rasch ändern können.

Wir nehmen in diesem Beitrag an, dass die längerfristigen Vorhersagen in der Tendenz eintreffen werden, da zwischen den größeren Modellen relativ weitgehend Einigkeit besteht und weil auch im zeitlichen Ablauf von Vorhersagetermin zu Vorhersagetermin eine relativ hohe Konsistenz besteht, und weil neuere Vorhersagen tendenziell extremere Temperaturen erwarten, als ältere.

Was hat das alles mit dem Klimawandel, also mit dem gestiegenen CO2 Gehalt in der Atmosphäre zu tun?

Diese Frage haben wir bereits in der Vergangenheit mehrfach gestellt mehrfach gestellt und versucht zu beantworten. Die für die kommende Woche erwartete Wettersituation ist absolut vergleichbar mit der vom Juni 2019 und auch mit der von Ende Juni 2026. Die Analyse der Ursachen heisser Sommer von 2019 trifft deswegen auch für die kommende Woche zu:

Ein kräftiges Tief über dem Ostatlantik transportiert auf seiner Vorderseite Heißluft aus der Sahara auf dem kürzesten Landwege über die Iberische Halbinsel und Frankreich nach Norden und Osten.

Wir hatten in dem 2019er Beitrag Ursachen heisser Sommer darüber spekuliert, wieso in den letzten 2 – 3 Jahrzehnten im Sommerhalbjahr derartige Zirkulationsmuster (Tief über dem Ostatlantik mit Heißlufttransport aus der Sahara nach Norden) gehäuft auftreten.

Eine der möglichen Erklärungen lautete, dass das gehäufte Auftreten von Südwest- und Südströmungen mit einer positiven Phase der sog. „East Atlantic Oscillation“ EAO einhergeht, die seit ca zwei bis drei Jahrzehnten fast durchgehend positive Werte aufweist.

Dies könnte auch Teil eines Zirkulationsmusters sein, das verstärkt in der positiven Phase der AMO, der „Atlantic Multidecadal Oscillation“ auftritt. Die AMO befindet sich seit Ende der 1990er Jahre ebenfalls überwiegend in einer positiven Phase.

Schließlich hatten wir als Hypothese diskutiert, dass sich an der nördlichen Flanke eines verstärkten Azorenhochs, etwa zwischen 35 und 55° N die Westwinddrift verstärkt hat (was hier nachgewiesen wurde) und dass sich dann im Zuge der verstärkten Westdrift Tiefdruckgebiete über dem Ostatlantik bilden, die Heißluft aus der Sahara nach Norden transportieren. Dies ist allerdings nur eine Hypothese, die nicht abschließend erklären kann, wieso nun gerade über dem Ostatlantik im Vergleich zu den vorangegangenen Jahrzehnten verstärkt und gehäuft Tiefdruckgebiete auftreten.
Sicher ist nur, dass dieses gehäufte Auftreten die unmittelbare Ursache für das gehäufte Auftreten von Hitzewellen in Europa ist (s. dazu noch einmal hier und auch hier).

Die in den Medien, von Umweltgruppen und den Grünen präferierte und mit Verve vorgetragene Erklärung, es sei mit Sicherheit der durch CO2 verursachte Klimawandel, trägt wenig Wasser.

Denn viele Modellrechnungen gelangen zum Ergebnis, dass sich die atmosphärischen Zirkulationsmuster, denn darum geht es hier schließlich, durch den CO2 Anstieg in der Atmosphäre nicht signifikant verändern sollen.

Einige statistische Analysen ( zB Hoogeveen und Hoogeveen, 2023 ) haben zudem bestätigt, dass die Ursache der Erwärmung Westeuropas in veränderten Zirkulationsmustern liegt. Der gestiegene CO2 Gehalt der Atmosphäre liefert diesen Analysen zufolge keinen signifikanten Beitrag.

Wie bereits im Juni darf man auch dieses Mal auf die mediale und politische Aufarbeitung der bevorstehenden Hitzewelle gespannt sein.

Absehbar ist, dass natürlich der Klimawandel durch CO2 verantwortlich gemacht wird, dass man nun wirklich „Hitzeschutzpläne“ aufstellen müsse (aber natürlich keine Klimaanlagen installieren dürfe, denn das widerspräche der Grünen Ideologie) und dass man nun verschärfte „Klimaschutzmaßnahmen“ ergreifen müsse, um derartige Hitzewellen in Zukunft abzuwehren.

Das ist natürlich ein allzu durchsichtiges Spiel der Grünen aller Couleur, inklusive der Medien, die zu 80 – 90% grün sind, und die mit diesen Hitzewellen ihren Machtanspruch geltend machen, durchsetzen und am Leben erhalten wollen, um die Gesellschaft und das Leben der Menschen zu regulieren und zu drangsalieren. Es geht um den Machtanspruch des grünen Spektrums in Politik und Gesellschaft und nicht darum, künftig Hitzewellen zu vermeiden.

Dazu wären wären „Klimaschutzmaßnahmen“ in Deutschland und Europa überhaupt nicht in der Lage, selbst wenn Treibhausgasemissionen ursächlich für diese Hitzewellen wären (sie sind es nicht), denn sogar eine sofortige Nullemission Europas würde den weltweiten Klimatrend nicht messbar und damit nicht nachweisbar beeinflussen, wie wir zB hier näher erläutert haben.