Der Edelmetall – Crash

1. Februar 2026


Etwas Off – Topic zur Abwechslung, mit nur marginalem Bezug zu Klima – Themen, aber gewisse psychologische Parallelen zur Klima – Panik.
Am Freitag, dem 30. Januar 2026 war der „Tag des jüngsten Gerichts“, der „Day of Reckoning“, der „Tag der Abrechnung“ für den Edelmetall – Komplex, für den Edelmetall – Boom, der Edelmetall Spekulationsblase, der letzten Monate.

Spekulationsblasen sind an den Finanzmärkten so normal, wie Schnee im Winter und heiße Tage im Sommer. Es hat sie schon immer gegeben, wie die Tulpenzwiebel Spekulationsblase in Holland im 17. Jahrhundert, die Edelmetall – Spekulationsblase Anfang 1980, die Dotcom Spekulationsblase 1999/2000. Aber alles hat einmal ein Ende.

Spekulationsblasen werden von einem Herdentrieb angetrieben, von der „Fear of missing out“ (FOMO), oder von der „Greater Fool Theory“, also dem Glauben, dass man ein bereits sehr teurer erworbenes Finanzinstrument einem noch größerem Narren weiter veräußern kann, als man selbst.

Spekulationsblasen entstehen, wenn sich die Differenz zwischen Hype und Substanz vergrößert. Man kann ein Finanzinstrument erwerben, weil man glaubt, der Substanzwert rechtfertigt den Preis. Wenn der Preis dann steigt, glaubt man, dass auch der Substanzwert steigt. Viele Leute steigen dann in dieses Finanzinstrument ein, weil der Preis steigt, und nicht weil sie überzeugt sind, dass auch der Substanzwert steigt. Der Preis steigt, weil der Preis steigt. Es kommt zu einer positiven Rückkopplungsschleife, bei der der Preis immer höher steigt, weil er immer höher steigt. Es kommt zu einer Blasenbildung.

Irgendwann ist der Punkt erreicht, wenn viele der Investoren, die frühzeitig gekauft und gute Gewinne erzielt haben, Kasse machen und ihre Gewinne sichern wollen. Das hat nichts notwendigerweise damit zu tun, dass der Substanzwert des Finanzinstruments gesunken ist, sondern nur mit den Marktmechanismen, die einsetzen, wenn viele Leute realisieren, dass sich der Blasenpreis zu weit vom Substanzwert entfernt hat.

Dieser Punkt wurde am Freitag, den 30. Januar 2026 erreicht. Der gesamte Edelmetallkomplex wurde geschleift, die Spekulationsblase platzte. Am schlimmsten erwischte es Silber, dessen Preis von $ 121 am Donnerstag, den 29. Januar auf $ 75 abstürzte, ein Verlust von etwa 38% an einem Tag. An zweiter Stelle folgte Platinum mit - $ 500, ein Verlust von 23%, gefolgt von Palladium mit einem Verlust von $ 553, minus 22%. Gold kam am glimpflichsten davon mit minus 15%, mit einem Kurssturz von knapp $ 800 auf $ 4700, gemessen am Vortages Höchstkurs.

Die Frage ist, ob durch diesen Kurskollaps die spekulativen Überbewertungen abgebaut wurden, also die Blase vollständig geplatzt ist, oder ob es kurzfristig noch weiter abwärts geht, weil noch nicht alle Marktteilnehmer, die am Freitag kalt erwischt wurden, ihre Long Positionen abgegeben haben oder ob noch Verkaufsbedarf besteht, weil noch Positionen im Markt sind, die auf Kredit gekauft wurden, oder ob diese alle durch Stop – Loss Orders oder margin calls aus dem Markt entfernt wurden.

Falls ja, könnte es am Montag, den 2. Februar 2026 zu einer heftigen Gegenreaktion kommen, die aber kurzlebig sein könnte, weil andere Marktteilnehmer eine kurzfristige Erholung zur Glattstellung ihrer Positionen nutzen könnten, auch wenn sie „unter Wasser“ sind, um ihre Verluste zu begrenzen.

Die Zukunft wird´s zeigen.

Der Herdentrieb an den Finanzmärkten kann zu Spekulationsblasen führen, bei denen sich der Preis eines Finanzinstruments sehr weit vom Substanzwert entfernt. Angetrieben werden Spekulationsblasen durch die Psychologie einer Erwartung immer höherer Preise, weil die Preise gestiegen sind (FOMO). Das Verständnis zwischen Markt- und Substanzwert geht verloren.

Man kann natürlich mit Burton Malkiel („A Random Walk Down Wallstreet“) argumentieren, dass die Märkte effizient sind und jede verfügbare Information bereits im Preis enthalten ist und dass es deswegen nicht möglich ist, mehr Gewinn, als der Durchschnittsmarkt zu erzielen.

Die Märkte sind zwar effizient, aber sie sind nicht rational.
Deswegen kommt es zu Marktübertreibungen, zu Kaufpaniken am Markt, wie in den letzten Monaten bei Edelmetallen, aber auch zu Verkaufspaniken, also zu Marktübertreibungen nach unten. Es regieren zwei unterschiedliche Emotionen die Finanzmärkte: Gier und Angst. Wenn die Gier überwiegt, steigen die Kurse, die Preise, wenn die Angst überwiegt, fallen sie.

Langfristig am erfolgreichsten wird an den Finanzmärkten derjenige sein, der seine Emotionen im Griff hat, und Blasen als Blasen erkennt und Verkaufspaniken als von Emotionen getriebene Kursstürze und entsprechend reagiert: Wenn die Märkte unten sind, kaufen, wenn sie oben sind, verkaufen.

Aber wann ist der Höhepunkt einer Blase erreicht und wann der Tiefpunkt einer Verkaufspanik?

Die Geschichte ist ein unbarmherziger Lehrmeister:
Nach dem Höhepunkt der Goldblase Anfang 1980, bei der Gold auf $ 850 stieg, fiel der Goldpreis bis 1999 auf ca. $ 250. Wer 1980 Gold gekauft hätte, hätte in den nächsten 25 Jahren arm da gestanden, wer es 1999 getan hätte, wäre jetzt König.

Und wer Anfang 2000 Technologieaktien des Nasdaq gekauft hätte, als der Nasdaq bei 5000 stand, hätte ein Tal der Tränen durchwandern müssen, denn der Nasdaq fiel in den drei Jahren bis Ende 2002 auf etwa 1100 und erreichte den Wert von 5000 erst wieder im Jahre 2015. Soviel zur Meinung, Aktien steigen langfristig immer. Aber langfristig sind wir alle tot.

Es muss natürlich bessere Strategien geben, an den Finanzmärkten zu investieren. Eine davon ist eine konsequente Verlustbegrenzung. Die andere ist, Gewinne laufen zu lassen. Aber die konsequente Verlustbegrenzung ist das A und O einer erfolgreichen Investition an den Finanzmärkten. Aber viele Menschen sind emotional und mental nicht in der Lage, einen Verlust zu ertragen und sich einen Fehler einzugestehen und hoffen stattdessen, dass der Preis ihres Investments mindestens ihren Kaufpreis wieder erreicht. Doch Hoffen und Harren ist für die Narren.

Wo ist der Zusammenhang mit der Klimapolitik?

Nach diesem Exkurs wieder zurück zur Klimapolitik. Klimapolitische Entscheidungen der letzten Jahre wurden auf Grundlage eines Hypes getroffen, der sich von der Substanz der wahrscheinlichen Auswirkungen des Klimawandels meilenweit entfernt hat. Der Hype wurde und wird kontinuierlich angefacht durch die Medien, die in Deutschland fast alle links – grün sind, durch grüne NGOs, und natürlich durch die Grünen selbst, denen im Laufe der Jahre aber auch die bürgerlich – konservativen Parteien, CDU und FDP gefolgt sind (s. zB Energiekonzept 2050 von 2010, Green Deal der EU von Uschi von der Leine 2019, Urteil des BVerfG von 2021, Klimaneutralität in der Verfassung durch Friedrich Merz 2025 etc).

Die Politik und natürlich die Medien haben sich über Jahrzehnte hinweg geweigert, die Diskrepanz zwischen Substanz und Hype in der Klimafrage zu erkennen oder nur wahrzunehmen; im Gegenteil, sie haben sie bewusst angefacht, weil ansonsten die drastischen klimapolitischen Maßnahmen nicht durchsetzbar wären.

Die Politik und die Medien mussten irrationale, panikauslösende Klima - Ängste bewusst erzeugen, um ihre Politik durchzusetzen. Der so erzeugte Hype steigerte sich im Laufe der Zeit zu einer irrationalen Panik, bei der der Verstand ausgeschaltet war, genauso, wie bei den Edelmetall Käufern in einer Blase, in eine Kaufpanik.

Die Psychologie ist die gleiche: Agieren aus Angst und Panik. Edelmetalle kaufen, bevor sie noch teurer werden (Entgangene Gewinne schmerzen manchmal mehr, als realisierte Verluste), Klimapolitik durchsetzen, bevor es zu spät ist und die Menschen merken, dass die Klimakrise doch keine Krise ist und die Klimakatastrophe doch nicht kommt.