Milder Winter 2019 und extrem milder Februar: Wie wird der März?

26. Februar 2019

Auf den milden Dezember 2018 folgte der milde Januar 2019 – auch wenn es zwischendurch mal ein wenig kälter wurde (und einige Meteorologen zur Vorhersage hinreissen liess, jetzt kämen vier Wochen sibirische Kälte ).

Die kam dann aber nicht, höchstens einige Tage maritime Polarluft (aber keine kontinentale Polarluft, was man als sibirische Kälte bezeichnen würde), sondern, ab Anfang Februar, zunächst der Vorfrühling.

Aber das wars noch nicht: Der Februar 2019 war einfach irre! Sonniges, warmes Frühlingswetter mitten im Spätwinter – statt sibirischer Kälte! Mit Wettervorhersagen ist das halt so eine Sache: Vorhersagen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.

Die Frage ist jetzt: Wie geht es im März weiter?

Glücklicherweise befinden wir uns da in einer guten Position. Wir hatten bereits vor einigen Jahren, im Februar 2014, eine Vorhersageregel für die Märzenwitterung auf der Grundlage der Vorwitterung in den vorausgegangenen Monaten Januar und Februar aufgestellt.

Wir zitieren daraus:

In den vergangenen sechs Jahrzehnten, seit 1950, ist es 22mal vorgekommen, dass sowohl im Januar als auch im Februar die Temperaturen um mehr als 1°C über dem Mittelwert 1761 – 1960 der Temperaturreihe von Franz Baur lagen. In 20 von diesen Fällen lagen auch die Temperaturen des darauffolgenden März über dem langjährigen Durchschnittswert, die einzigen Ausnahmen waren 1951 und 1958.

Betrachtet man ferner diejenigen Jahre, in denen die Temperatur nicht nur in jedem der Januare und Februare mehr als 1° über den Normalwerten lag, sondern in mindestens einem der beiden Wintermonate mehr als 3° darüber (wie es auch dieses Jahr der Fall sein wird), dann gab es immerhin noch 13 Fälle, in denen der März ausnahmslos zu warm war.

Und nicht nur das: Er war dann im Mittel sogar erheblich zu warm, nämlich um 2.6°. In 10 der 13 Fälle, also in mehr als 76%, lag die Temperatur mehr als 2° über den Normalwerten.

Aus dieser statistischen Betrachtung kann man nur den Schluß ziehen, dass der März 2014 mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur zu warm, sondern erheblich zu warm werden wird.

Zitat Ende

Auf dieser Grundlage hatten wir einen warmen März 2014, 2015 und 2016 vorher gesagt. Diese Vorhersagen sind voll eingetroffen, lediglich die Vorhersage, dass der März 2016 sehr mild werden würde (d. h. mehr als 2°C über dem langjährigen Mittel liegen würde), ist nicht eingetroffen.

In diesem Jahr, 2019, ist der Januar mehr als 1° zu mild ausgefallen (im Vergleich zum Mittel 1961 – 1990, und um mehr als 1,5° im Vergleich zum Baur – Klimamittel 1761 – 1960) und der Februar wird mindestens um 3° zu mild ausfallen.

Damit sind die Vorraussetzungen zur Anwendung der im Jahre 2014 aufgestellten Regel gegeben, nicht nur mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen zu milden März (um mindestens 1°C zu warm) vorherzusagen, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit einen sehr milden (d. h. mindestens 2°C zu warm).

Die Ursache für das Andauern der milden Witterung über das Ende des meteorologischen Winters hinaus in den März hinen hatten wir damals bereits 2016 in der hohen Erhaltungsneigung von milden West- bzw. Südwestströmungen zwischen Spätwinter und März gesehen.

Die aktuellen Vorhersagen der verschiedenen Wetterdienste würden dieser Einschätzung nicht wiedersprechen, da sie für das kommende Wochenende (3. März 2019) zwar ein Ende der gegenwärtigen sonnigen und sehr milden Witterung vorhersagen, und einen Übergang zu windigem, milden und regnerischen Wetter, bei dem die Temperaturen aber weiterhin über den für die Jahreszeit üblichen Werten liegen würden.

Was am Ende dabei herauskommt, werden wir dann Ende März sehen. Vielleicht ergeht es uns ja auch wie dem armen Meteorologen, der im Januar vier Wochen sibirische Kälte vorhergesagt hat.

Vorhersagen sind halt schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.